Im Rahmen der jährlichen Veranstaltungsreihe der CHB-Unternehmensgruppe fand am Donnerstag, den 16. Oktober 2025 auf Schloss Bredeneek in der Gemeinde Lehmkuhlen eine hochkarätig besetzte Sicherheitskonferenz unter dem Titel „Krieg und Krisen auf der Welt – Wie ist die Sicherheitslage in Deutschland?“ statt. Zahlreiche führende Persönlichkeiten aus Politik, Militär und Wissenschaft diskutierten aktuelle sicherheitspolitische Herausforderungen in Zeiten globaler Unsicherheiten.
Ein Auftakt mit klaren Worten
Den Auftakt machte Carl Heinrich Bruhn, Initiator der Veranstaltungsreihe, mit einer Begrüßung, in der er die Bedeutung von Dialog und Kooperation in unsicheren Zeiten hervorhob. Günter Frehse, Bürgermeister der Gemeinde Lehmkuhlen, richtete anschließend Grußworte an die Gäste und betonte die enge Verbindung zwischen regionalem Engagement und globaler Verantwortung. Anschließend gab Dr. Norbert Langfeldt (ehemaliger Bürgermeister) einen kurzen historischen Überblick über das Schloss Bredeneek, das mit seiner langen Geschichte und eindrucksvollen Architektur einen besonderen Rahmen für die sicherheitspolitischen Gespräche bot.


Internationale Perspektiven auf eine veränderte Weltordnung
Mit einem eindrucksvollen Vortrag eröffnete Prof. Dr. Joachim Krause, ehemaliger Direktor des Instituts für Sicherheitspolitik Kiel (ISPK), die inhaltliche Diskussion. Er analysierte die internationale Lage und sprach über die zunehmende Instabilität durch geopolitische Verschiebungen und regionale Konflikte.
Darauf folgte Generalleutnant a.D. Ben Hodges, ehemaliger Kommandeur der US-Streitkräfte in Europa, mit dem Thema „Wie müssen sich Europa und die NATO auf neue Krisen vorbereiten?“ Hodges stellte heraus, dass Europas Fähigkeit, sich im Ernstfall auch ohne unmittelbare amerikanische Unterstützung behaupten zu können, von entscheidender Bedeutung sei. Dabei ging es ihm weniger um politische Forderungen, sondern um die Notwendigkeit, die vorhandenen militärischen und industriellen Kapazitäten innerhalb Europas effizienter zu nutzen und stärker zu vernetzen. Er betonte, dass Zusammenarbeit und gemeinsame strategische Planung entscheidend seien, um die Verteidigungsfähigkeit langfristig zu sichern.


Transatlantische Beziehungen und deutsche Verteidigungspolitik
Der ehemalige US-Botschafter Prof. James D. Bindenagel beleuchtete in seinem Beitrag die Bedeutung verlässlicher internationaler Partnerschaften und das Zusammenspiel von Diplomatie, Sicherheit und wirtschaftlicher Stabilität in einer sich wandelnden Weltordnung. Er hob hervor, dass gegenseitiges Vertrauen und ein gemeinsames Werteverständnis die Grundlage für nachhaltige Sicherheitsstrukturen bilden.


Flottillenadmiral Hans-Jörg Detlefsen, Verteidigungsexperte im Bundeskanzleramt, erläuterte anschließend eindrücklich, wie sich die Bundesregierung auf die neue Sicherheitslage vorbereitet. In seinem Beitrag „Bestand, Bedarf, Baustellen“ beleuchtete er die strukturellen Herausforderungen der deutschen Verteidigungspolitik.
Maritime Sicherheit und regionale Bedeutung
Besonders praxisnah wurde es, als Flottillenadmiral Sascha Helge Rackwitz, Büroleiter des Generalinspekteurs der Bundeswehr, über die maritime Sicherheit im Ostseeraum sprach. Angesichts wachsender Spannungen in der Region unterstrich er die strategische Bedeutung der Ostsee für Deutschlands Sicherheit.






Engagiertes Publikum und lebhafte Diskussion
Das Publikum zeigte sich während der gesamten Veranstaltung aufmerksam und engagiert. In den anschließenden Fragerunden wurden zahlreiche fundierte und kritische Fragen gestellt – insbesondere zu den möglichen Auswirkungen der veränderten Sicherheitslage auf Schleswig-Holstein. Viele Zuhörer interessierten sich dafür, wie regionale Behörden, Katastrophenschutzeinrichtungen und die Bundeswehr gemeinsam auf neue Bedrohungsszenarien vorbereitet sind. Die Diskussionen verliefen sachlich und konstruktiv, was die besondere Relevanz des Themas für die Region deutlich machte.
Podiumsdiskussion zu Schleswig-Holsteins Sicherheit
Den Abschluss bildete eine lebhafte Podiumsdiskussion unter der Moderation von Carl Heinrich Bruhn. Auf dem Podium diskutierten unter anderem Oberst Michael Skamel (Landeskommando der Bundeswehr in SH), MD Tilo von Riegen (Innenministerium Schleswig-Holstein), Ralph Schmieder (Deutsches Rotes Kreuz SH), Tim Brockmann (Bürgermeister von Preetz) und Claus Böttcher (Technisches Hilfswerk).
Im Mittelpunkt standen Fragen zur zivil-militärischen Zusammenarbeit, Krisenmanagement und Katastrophenschutz im Norden. Alle Teilnehmer waren sich einig: Sicherheit müsse in Deutschland ganzheitlich gedacht werden – militärisch, politisch und gesellschaftlich.


